Meine erste Museumsapp

Die Weihnachtszeit hat ja bekanntlich schon Ende August begonnen, aber nun sind nicht nur in den Supermärkten die Regale mit Nikoläusen und Lebkuchen gefüllt, sondern auch Kaufhäuser, Klamottenläden und Bäckereien haben die Weihnachtszeit eingeläutet. Für mich bedeutet Weihnachtszeit wie vermutlich für viele andere auch Museumszeit.

Wenn es draußen ungemütlich wird, ist die Temperatur im Museum konstant angenehmen. Im Sommer ist es dort herrlich kühl, im Winter ist es angenehm warm – skurril! Aber das ist noch ein ganz anderes Museumsthema. Es geht in diesem Blogbeitrag um ein faszinierendes Kulturerlebnis. Tanja Praske rief bereits am 7. Oktober zu einer Blogparade auf und ich wusste sofort, worüber ich schreiben möchte: Über einen Museumsbesuch mit einer Museumsapp.

Ausstellungsführer

Das Thema App und Museum war für mich bislang ein Buch mit 7 Siegeln. Diese wollte und sollten nun endlich gebrochen werden. Was kann ich unter einer Museumsapp verstehen? In erster Linie ist eine App dazu da, mir das Leben zu erleichtern, dass ich etwas von ihr habe, kurzum, es muss einen Mehrwert geben.

Ich entschied mich für ein Museum, dass ich bislang erst einmal besucht hatte, dass sich ganz in meiner Nähe befindet und seit 2013 eine App hat: Das AMH. Dieses kryptische Kürzel ist auch gleich der erste Hinweis für den „Play Store“, um die App zu finden „AMH-Guide“. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das Archäologische Museum Hamburg. Unter AMH war es gleich der zweite Treffer im Store. 43 MB empfand ich als eine riesige Datei, im Vergleich zu anderen Apps aber eigentlich ganz akzeptabel.

Vorbereitung zu Hause: App im Play Store herunterladen. Der erste Testlauf fand zu Hause statt.

Ausstellungsführer = Selbsterklärend.
Skrabbu und U.B.I. = ???
Ausgrabung = Klingt witzig
Navigation = Navigieren durch die Ausstellung?
Informationen = klar.

Archäologisches Museum Hamburg
Archäologisches Museum Hamburg

Ich war so neugierig und habe direkt im Wohnzimmer losgelegt. Was ist Skrabbu? Und was bedeutet U.B.I.? Skrabbu und „Ubi“ erklären auf ganz süße Art das Archäologische Museum. Eine bezaubernde Spielerei! Für Kinder ist diese App großartig. (Auch für die großen Kinder.) Denn bevor ich überhaupt im Museum war, erinnerte ich mich auch an eine Ausgrabungsstätte, die sich in meinem Wohnviertel befindet. Da die App auch eine Ausgrabung anbot, wusste ich nicht genau, was sich dahinter versteckt. Aber es war noch viel besser als vermutet, keine Orte, wo aktuelle Grabungen sind, sondern man darf selbst auf dem Handy oder dem iPad graben. Kaum wischte ich auf meinem Smartphone hin und her, guckten mir meine Lieben über die Schulter und halfen mir beim Ausgraben.

Genug der Spielerei – ich wollte ja endlich ins Museum und den Ausstellungsführer testen. Gesagt, getan – an der Kasse wies mich eine freundliche Dame auf einen Kurzführer hin, den ich mir gern für den Rundgang ausleihen könne. Ich bedankte mich, sagte ihr aber, dass ich gern die App nutzen würde. Sofort teilte sie mir mit, dass es die App bislang nur über den Play Store gibt. – Guter Hinweis von ihr, aber zum Glück war ich ja bereits gewappnet und machte mich auf den Weg in die Ausstellung.

In der Ausstellung verrieten mir QR-Codes, die ich mit der Navigation scannen konnte, wo ich mich befand. Dann hörte ich mir zu einzelnen Objekten Beiträge an. Sie hatten allesamt die perfekte länge und es war angenehm zuzuhören. Insgesamt gab es aber so viele Audiodateien, dass ich unbedingt noch mal wiederkommen muss, denn ich habe mir nur bestimmte Themeninseln rausgesucht, auf die ich Lust hatte.

Archäologisches Museum Hamburg
Archäologisches Museum Hamburg

Ich muss sagen, ich finde die App super! Ich bekam zu den Objekten Informationen, die mich interessierten. Zu jeder Themeninsel gab es eine Einführung, dass man einen schönen Überblick bekam.

Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch im Archäologischen Museum Hamburg!

0 Kommentare zu “Meine erste Museumsapp

  1. Liebe Wera,

    vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag zur Blogparade – ich habe mich sehr darüber gefreut. Klasse finde ich es auch, dass du die erste bist, die eine Kunstapp hier vorstellt – prima!
    Wie lang ist denn für dich die perfekte Länge einer Audiosequenz? – Interessiert mich sehr, da ich gerade selber eine Kultur-App konzipiere. Haben die QR-Codes nur bei der Navigation geholfen oder erfuhrst du darüber auch zusätzliche Informationen, die die App nicht bereit hielt? Danke für deine Antwort.
    Wenn eine App es schafft, dass du unbedingt noch einmal ins Museums zurückkehren möchtest und das auch tust, dann hat das Museum alles richtig gemacht. Neue Medien bieten ein zusätzliches Angebot für unterschiedliche Nutzergruppen und das ist gut so.

    Nochmals merci – ich wünsche dir einen schönen Sonntag.

    Herzlich,
    Tanja

  2. Pingback: Blogparade-Aufruf zu "Mein faszinierendes Kulturerlebnis"

  3. Liebe Tanja,

    Danke für Deinen netten Kommentar. Ja, die App hat mir wirklich Spaß gemacht! So ein Audioguide für die eigene Hosentasche ist nicht schlecht. Keine Extragebühren für einen „Hörknochen“, es sind meine eigenen Kopfhörer und ich kann rumlaufen, wie ich es mag.

    Die optimale Länge einer Audiosequenz hängt natürlich auch vom Objekt und seiner Geschichte ab. Aber in diesem Fall waren die Stücke 0:30 min bis 1:30 min lang.

    Die QR-Codes halfen bei mir der Navigation. Sie zeigten mir auf der App an, wo ich mich befand. Es gab eine Karte von der Ausstellung, dort war farbig mein Standort unterlegt. Sehr praktisch!

    In Quedlinburg konnte man mit QR-Codes eine Art Stadtführung machen. An wichtigen Gebäuden hingen kleine Schilder mit den Codes, dahinter lagen bei Youtube Audiodateien, die etwas über die Geschichte der Gebäude berichteten. Diesen waren relativ lang. Wenn ich mich recht entsinne durchaus über 4-5 Minuten. Da ich dort nich so viel Zeit hatte, konnte ich mir nicht alles anhören. Aber wenn ich noch mal nach Quedlinburg komme, werde ich das nachholen. Ich empfand es als sehr praktisch. Besonders schön, hätte ich dazu noch weitere Bilder gefunden, die mehr über die Geschichte von Gebäuden und deren Bewohnern verraten hätten.

    Die Ausstellung im Energiebunker in Wilhelmsburg (Hamburg) ist interessant gestaltet, da die Texttafeln auf das Wesentliche reduziert sind. Wer mehr wissen möchte, kann den QR-Code scannen und sich weitere Informationen und Bilder zu dem Thema ansehen. Fand ich großartig!
    http://www.iba-hamburg.de/themen-projekte/energiebunker/projekt/energiebunker.html

    Liebe Grüße
    Wera

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