#artbookfriday | „Charlotte“ von David Foenkinos

Heute gibt es den ersten Gastbeitrag zum artbookfriday auf meinem Blog und ich freue mich wahnsinnig darüber. Cornelia Wecker stellt Euch das wunderbare Buch „Charlotte“ vor, welches ich auch an einem Tag durchgelesen habe, weil es mich so bewegt und mitgenommen hat. Danke liebe Cornelia für die Rezension und jetzt lest selbst…

Charlotte

Eine Ausstellung, ein Bild, ein Buch „Charlotte“ – und ich war fasziniert!
Von der Ausstellung habe ich leider nur gehört, nur ein Bild gesehen, aber das Buch habe ich gelesen – und konnte es kaum mehr zur Seite legen, so hat es mich begeistert und erschüttert zugleich.

Begeistert hat mich die wunderbare Art des Autors über diese „besondere“ Person und Künstlerin Charlotte Salomon zu schreiben. So behutsam, berührend und einfühlsam, aber auch sachlich und sehr interessant.

Erschüttert hat mich die Biographie, ein Lebensweg, der in keiner Weise einfach war. Charlotte Salomon wurde 1917 in Berlin geboren. Ihre Mutter nahm sich früh das Leben, sodass sie bei ihren Großeltern und später beim Vater und seiner zweiten Frau, einer Opernsängerin, aufwuchs. Ihr Leben war recht unbeschwert, aber in der Pubertät zog sie sich immer mehr in sich selbst zurück. 1933 entdeckte sie die Liebe zur Malerei, ist mit ihren Großeltern nach Italien gefahren, wo sie ihre Berufung zur Künstlerin spürt. Bei der Rückkehr nach Deutschland ist allerdings nichts mehr wie vorher. Der Nationalsozialismus zieht den Hass über Deutschland. Die Großeltern gehen ins Exil nach Südfrankreich. Charlotte bleibt mit ihren Eltern in Berlin. Trotz aller Widrigkeiten gelingt es Charlotte an der Kunstakademie aufgenommen zu werden. Hitler hält seine Rede über entartete Kunst, es gibt sogar eine Ausstellung dazu. 1938 – die Reichskristallnacht – tausende Juden werden interniert, darunter auch ihr Vater. Charlotte wird nach Südfrankreich zu den Großeltern geschickt, wo sich 1940 die Großmutter das Leben nimmt. Sie bleibt allein mit ihrem Großvater zurück. Charlotte geht es sehr schlecht und sie fühlt, dass sie malen muss, um nicht verrückt zu werden. Sie stürzt sich in die Arbeit und es entsteht ihr „Lebenswerk“ – Leben? Oder Theater? Eine Serie aus Bildern und Texten, die ihr Leben aufzeigen.
Charlotte wird schwanger und heiratet. Durch eine Denunzierung wird sie verhaftet. Sie und ihr Mann werden mit hunderten anderer Juden nach Auschwitz deportiert, wo sie beide sterben.

Ein tragisches Ende und obwohl man sich durch das ganze Buch denken kann, dass ihr Leben nicht sehr lang sein wird, hat mich das Ende unendlich betroffen gemacht. Wie wunderbar der Autor diese Lebensgeschichte in Worte fasst. Ich kann das Buch nur allen künstlerisch und geschichtlich interessierten Lesern ans Herz legen.

Text: Cornelia Wecker

Charlotte Salomon, Selbstbildnis, 1940
Charlotte Salomon, Selbstbildnis, 1940

#Titel | Charlotte

#Autor | David Foenkinos

#Verlag | Penguin

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-328-10022-5

#Seiten | 240

#veröffentlicht | 14. November 2016

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