#artbookfriday | „Blaupause“ von Theresia Enzensberger

100 Jahre Bauhaus – ein guter Grund sich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen. Klar, ich habe schon mal davon gehört, habe mich in Weimar sogar schon kurzfristig etwas mehr dafür interessiert, fand aber nicht den richtigen Zugang dazu. Aber jetzt im Jubiläumsjahr bekommt man doch gleich viel mehr Informationen, sei es durch Filme, Ausstellungen oder Literatur. So stieß ich auch auf diesen Roman von Theresia Enzensberger mit dem interessanten Titel „Blaupause“.

Der Roman ist aufgeteilt in zwei Hauptteile, nämlich in die Bauhaus-Zeit in Weimar ab 1921 und in Dessau ab 1926. Es geht um die Hauptperson Luise Schilling, mit welchen Hoffnungen und Vorstellungen sie ans Bauhaus kommt und wie sich dann die Realität darstellt. Neben dem Leben auf dem Campus der Kunstschule mit neuen Freund- und Bekanntschaften, versucht sie ihren Traum Architektin zu werden, zu verwirklichen. Sie merkt aber schnell, dass dies nicht so einfach ist. Denn vor rund 100 Jahren wurde Frauen noch nicht so sehr viel außerhalb von Familie und Haushaltsführung zugetraut. Und obwohl viele Frauen dort studierten, wurden sie oft benachteiligt. Außerdem muss sich Luise auch immer wieder vor ihrer Familie rechtfertigen, warum sie dort bleiben und Architektin werden möchte.

„Blaupause“ ist ein kurzweiliger, interessanter Roman, der den Begriff „Campusroman“ verdient, weil er sich wirklich nahezu nur mit dem Leben in und an der Kunstschule beschäftigt. Das Bauhaus war wohl wirklich eine kleine Welt für sich. Man bekommt aber nur einen Eindruck von dieser „Welt“. Möchte man tiefer in sie eindringen, muss man sich noch anderweitig schlau machen. Auch, da diese Zeit von 1919 bis 1933 nach dem 1. Weltkrieg eine Zeit des Umbruchs und Aufbruchs war, werden viele Dinge, z.B. die politischen Entwicklungen, nur angerissen. Mir erschien es manchmal zu wenig. Aber die Hauptsache in diesem Roman soll ja das Leben der Luise Schilling am Bauhaus sein und nicht die allgemeine Entwicklung Deutschlands.

Als Fazit finde ich „Blaupause“ einen absolut empfehlenswerten Roman, der sehr unterhaltsam, abwechslungsreich und informativ ist. Mir hat er Lust darauf gemacht, mich weiter mit diesem Thema und dieser Zeit zu beschäftigen – es ist ja Jubiläumsjahr.

Text/Foto: Cornelia Wecker

Theresia Enzensberger „Blaupause“, Hanser Literaturverlag

#Titel | Blaupause

#Autor | Theresia Enzensberger

#Verlag | Hanser Verlag

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-446-25643-9

#Seiten | 256

#veröffentlicht | 12. Juli 2017

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