Ein fast perfekter Museumsbesuch

Es gibt diese seltenen Besuche in Museen, Theaterhäusern, Freizeitparks etc. die einen staunen lassen, einen glücklich machen und von denen man lange zehrt. Mein letzter wirklich gelungener Museumsbesuch liegt lange zurück, einfach deshalb, weil ich schon ewig nicht mehr privat in einem Museum war. Aber nun war es endlich so weit und ich habe das ARoS in Aarhus besucht.

Im Vorfeld habe ich mir genau überlegt, was ich sehen wollte: die Installationen im Untergeschoss und “ Your rainbow panorama“ von Olafur Eliasson. Ich habe tatsächlich nur diese beiden Etagen gesehen und alles andere für einen weiteren Besuch aufgehoben. Ich hatte aber auch nicht mehr Zeit und das interessierte mich am meisten.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich der Besuch gefreut hat und wie viel Spaß es gemacht hat. Mit Kind und Kegel und Sack und Pack ging es ins Museum und natürlich zu Beginn nach ganz oben. Ich war noch nie zuvor in Aarhus – und diese Aussicht auf die Stadt gab einem einen kleinen Eindruck davon, wie groß sie ist, dass sie einen Hafen hat usw. Es ist eine typische Installation von Eliasson, die man betreten kann/soll. Ein Rundgang über den Dächern der Stadt mit Blick auf die Stadt in allen Farben des Regenbogens. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Ich bin unten herum gelaufen, alle Treppen rauf und runter gerannt, 3x im Kreis gedreht, habe für andere Menschen Fotos gemacht, habe selbst unendlich viel fotografiert und die Aussicht genossen. Olafur Eliasson versteht sein Handwerk den Kunstbetrachter mit einzubinden, ihn zu Handlungen zu motivieren und hinterher im besten Fall die eigenen Fotos zu teilen. Dieses Kunstwerk – und jetzt alle bitte festhalten – ist für mich immersiv! Ha! Und das ganz ohne Technik. Verrückte Sache.

Im Untergeschoss geben sich die größten Installationskünstler die Klinke in die Hand. Pipilotti Rist, Janet Cardiff, Elmgreen & Dragset, Mariko Mori oder James Turrell. Ich habe die Installationen allesamt großartig gefunden. Einige Namen kannte ich bereits aus Münster von den Skulptur Projekten, das waren wohl meine ersten Berührungspunkte mit Installationskunst. Ich kann dem selten etwas abgewinnen – aber in diesem Fall war es eine absolut gelungene Mischung an Werken. „Too late“ von Elmgreen & Dragset ist einfach großartig. Man betritt den Raum und denkt: Geile Party! Leider bin ich zu spät gekommen. Schade, dass ich nicht dabei war. 😀 Und genau dieses Gefühl vermittelt einem diese Installation: Too late.
Bei James Turrell muss man sich erst an einen dunkeln Raum gewöhnen, am besten setzt man sich hin, wartet und lässt den Raum auf sich wirken. Ich liebe die Arbeiten von Turrell sehr. Aber ich mochte auch sehr die Installation von Janet Cardiff & George Bures Miller „The Storm Room“. Dazu benötigt man Zeit. In einem Raum, der mich persönlich an meine alte Schule erinnerte, nimmt man ein Unwetter wahr. Donner, Blitz, Regen… es tropft durch die Decke. Ich fand es ausgesprochen kurzweilig. Hier ein Video der Installation vom ARoS:

Jedes Objekt, das ich betachtet hatte, gefiel mir und dann als meine kleine Kunst-Auszeit um war, schlenderte ich noch durch den schönsten Museumsshop, den ich jemals gesehen habe! Ich hätte ihn leer kaufen können. Aber was habe ich gekauft? Einen Nagellack. 😀 Abschließend gab es noch ein Smørrebrød mit Lachs, was unfassbar lecker war und einen richtig guten Kaffee. Ja, ich habe ein Vermögen im Shop und im Cafe gelassen, aber das war es wert, denn es war alles rund um super!

Mit anderen Worten: Das ARoS kann ich nur empfehlen, ein tolles Museum, zumindest für Menschen die Gegenwartskunst mögen oder sich irgendwie dafür begeistern können.

Falls Ihr Euch jetzt fragt, was an diesem Besuch nur „fast perfekt“ war? – Nun, er war leider viel zu kurz. 😀 Und das lag ganz allein an mir selbst.

Hier gibt es ein noch ein paar kleine Impressionen aus der Ausstellung.

0 Kommentare zu “Ein fast perfekter Museumsbesuch

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: