Der Hype um diese Ausstellung ist groß! Yayoi Kusama, eine Ausstellung, eine Künstlerin, über 300 Kunstwerke aus ihrer gesamten Schaffenszeit (was in diesem Fall verdammt lang ist). Wir schreiben das Jahr 2026 und die Künstlerin Yayoi Kusama ist 97 Jahre alt. In der Sonderausstellung Yayoi Kusama feiert das Museum Ludwig in Köln nicht nur sich selbst (Happy Birthday zum 50sten!), sondern auch diese ungewöhnliche und absolut beeindruckende Künstlerin.
Was macht diesen Hype um die Künstlerin eigentlich aus? Viele Ihrer Objekte sind „instagramable“. Tja, traurig aber wahr, das ist heutzutage entscheidend. Aber ist dies allein der Grund? Nein, die Künstlerin legte schon früh den Finger in die Wunde und machte auf Themen aufmerksam, als man diese noch gar nicht richtig thematisierte. Wie zum Beispiel die Rolle der Künstlerin in der absurden Welt der Kunst (Schaffensprozesse, Freiheit, Geld, Mäzäen, Sponsoren, Museen, Männer, Kunst…) – wo befindet sich die Künstlerin in den 40ern, 50ern, 60ern, 70ern oder 80ern oder oder oder? Welche Rolle nahmen Frauen in diesem Betrieb des sehr elitären Bereiches ein? Für wen ist Kunst? Wer kann sich Kunst leisten? Wer kauft Kunst? Wer fördert Kunst? Welche Museen stellen welche Kunst aus? Wer sind die Entscheidungsträger? Irgendwie kann man alle diese Themen in Verbindung mit Kusama bringen.
Yayoi Kusama beginnt schon in ihrer Kindheit künstlerisch tätig zu sein. Die ersten Werke, die wir unter anderem in der Ausstellung zu sehen bekommen, sind noch einfache Zeichnungen, die sie mit ca. 5 Jahren erstellt hat. Interessanterweise ist dort schon der rote Faden zu erkennen. In ihrem Fall sind es wohl eher Fäden (und zahlreiche Punkte), die ihren Lebensweg bestreiten. Dank einer Führung haben wir einen wunderbaren Überblick über das Leben und ihr Schaffen bekommen, haben uns einzelne Objekte genauer angeschaut und konnten regelrecht in ganze Installationen eintauchen.
Man muss ein wenig die Biografie der Künstlerin kennen, um ihre Kunst nachvollziehen zu können. Ich stellte fest, dass die Künstlerin sehr vielseitig ist, Bilder, Installationen, Objekte, Mode oder Performances. Ich war richtig beeindruckt, was sie alles schon gemacht hatte, in welchen Museen und an welchen Biennalen sie überall vertreten war/ist und teilgenommen hat. Jedes große Kunstmuseum, das sich irgendwie mit Gegenwartskunst beschäftigen, besitzt ein Objekt dieser Künstlerin. (Wenn nicht – öhm ja, dann weiß ich auch nicht. 😅) Im letzten Drittel bis Viertel Ihrer Schaffensphase hat man das Gefühl, dass die Künstlerin irgendwie „angekommen“ ist, dass sie es geschafft hat. Natürlich auch dadurch bedingt, dass es die Kunst ist, die sich dank der neuen Medien sehr gut vermarkten lässt.
So entstand für das WMag dieses einzigartige Cover und eine Story mit ikonischen Fotos (hier klicken) Yayoi Kusama X George Clooney! Ich hab diese Fotos geliebt. Aber mir war damals die Tragweite des Kunstwerkes gar nicht so bewusst, vermutlich lag mein persönlicher Fokus eher bei George. 😉 Mein Fehler!
Die Ausstellung wurde ermöglicht, weil sich drei Kulturhäuser zusammengeschlossen haben: das Museum Ludwig (bis 2. August 2026), die Fondation Beyeler, Riehen/Basel (Oktober 2025 – 25. Januar 2026), und das Stedelijk Museum Amsterdam (12. September 2026 – 17. Januar 2027). Falls sich jetzt jemand denkt, oh verdammt, Köln schaffe ich nicht mehr, dann gibt es Ende des Jahres die nächste Chance in Amsterdam.
Für mich ist diese Ausstellung eine absolute Blockbuster-Ausstellung. Diese Künstlerin ist in aller Munde, sämtliche Zeitungen etc. sind auf die Ausstellung angesprungen und haben darüber berichtet. Es war also klar, dass man sich zeitnah um Tickets für die Ausstellung bemühen sollte. Ich habe mich ebenfalls frühzeitig dahinter geklemmt, eine Führung zu buchen und das war gar nicht so einfach. Der Museumsdienst Köln hat mich echt an den Rand des Wahnsinns getrieben. Nachdem ich mit Hilfe eines Onlineformulars Terminwünsche für eine Führung abgeben konnte, hat sich danach 2 Wochen niemand gemeldet. Und naja, sagen wir, es war kompliziert und irgendwie hat es mich auch traurigerweise nicht überrascht.
Aber was soll ich sagen, die Ausstellung und die wirklich tolle Führung war es wert! Die großangelegte Ausstellung gibt meines Erachtens einen wunderbaren Überblick über das Werk der Künstlerin. Mir hat es richtig gut gefallen und ich bin froh, dass ich den Weg nach Köln auf mich genommen habe.
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Yayoi Kusama
14. März – 2. August 2026





























Fazit:
Endlich mal wieder eine Ausstellung die Spaß gemacht hat, eine Frau in den Fokus stellt und bei der man mal wieder eine Menge aus der Welt der Kunstgeschichte lernt! Was für die einen Blockbust und absolut erschreckend sein mag, fand ich einfach großartig. Auch unser Guide war fantastisch, denn ich habe immer herausfordernde Gruppen für alle (Altersgruppe von 6 bis 66) und gern mit barrierefreien Wegen.
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