Mittendrin – akustisch

Wenn die Presse bei Grönemeyer ausflippt und dieses Konzert durchweg positiv bewertet wird, dann muss es wirklich gut gewesen sein. Grönemeyer ist Mensch, das bewies er auch wieder bei dieser Tour „Mittendrin akustisch“. Es ist das 4. Konzert von Herbert, welches ich sehen durfte. Mein erstes Konzert war auf Schalke, und ich dachte damals, es könnte nicht besser werden, weil es mich zu tiefst beeindruckt hatte, wie so viele Menschen absolut textsicher seine Songs mitsingen, mitgröhlen und mitfeiern konnten.

Mein zweites Konzert war ein kleines Club-Konzert in Bremen mit ca. 2000 Besuchenden nach der Pandemie. Es war ein Warm-Up Konzert und von Bremen habe ich nicht viel erwartet, zumal ich dort lange gewohnt habe und keine Grönemeyer-Fans sondiert hatte. 2000 tanzende Menschen sind einfach noch mal was anderes und es war so klein und so intim und jeder fühlte sich gesehen und er sprach mit uns – seinen Fans, seinen Zuhörern und wollte unsere Meinung wissen. Das hat mich wirklich so beeindruckt. Konnte es noch besser werden? Ja, wenn man Bochum in Bochum hört. Mein Herz ging auf, als zum 40jährigen Jubiläum von „Bochum“ Grönemeyer gnadenlos alles abrockte, egal ob es gut oder schlecht war. Jeder Song wurde gefeiert. Und ja, es war noch mal ganz anders.

Was hatte ich also erwartet? Gefühlt kannte ich doch jetzt schon jedes Lied live von ihm? Was sollte Neues kommen? Und auch diesmal hat dieser grandiose Künstler es wieder geschafft, mich zu begeistern, mitzureißen und mit ihm zu tanzen. – Ganz ehrlich, er zog 3 Stunden ohne nennenswerte Pausen durch. Wirbelte auf der runden Bühne herum und gab einfach alles. Es war keine große Show, es war einfach Spaß am Hier und Jetzt. Grönemeyer braucht das Publikum, den Applaus und das Publikum, seine Fans, brauchen ihn. Es war keine große Choerographie wie bei anderen Superstars. Er war auf der Bühne, war zu allen Seiten präsent. Interagierte mit dem Publikum, ließ sich vom Publikum irritieren, vergaß selbst vor lauter Begeisterung seine Einsätze, war nicht immer textsicher, so wie man es von ihm kennt. Grönemeyer ist und bleibt Mensch, ebenso in seinen sehr deutlichen Statements und auch in seinem Song „keinen Millimeter nach rechts“, was frenetisch in Hamburg gefeiert wurde. Genau dafür liebt man ihn, er hat eine klare Meinung und eine deutliche Haltung, die er immer wieder unermüdlich kundtut.

Grönemeyer feiert, lässt sich feiern, ist nicht perfekt, macht Fehler, wirkt dabei so sympathisch und bleibt Mensch.

Mann ist, wenn er Ukulele spielen kann.

Herbert Grönemeyer, Hamburg, 10.02.2026 (Variante des Songs „Männer“)

Ob ich nächstes Jahr (2027) wohl noch mal auf eins seiner Konzerte gehe? Wer weiß… Ebenso wie Grönemeyer hatte mich letztes Jahr auch Bruce Springsteen – ohne große Show – absolut beeindruckt. Vielleicht mag man mich jetzt schelten, aber diese beiden Künstler werfe ich gern in einen Topf, denn sie stehen für Demokratie, sagen öffentlich ihre Meinung und machen auch noch etwas Kreatives daraus.

So bleibe ich auf der Suche, nach weiteren tollen Künstler*innen mit Haltung und guter Musik. 🙂

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